Energielabel - Energieeffizienzklassen (bisher)
Zu kompliziert und ausserdem völlig überflüssig, so könnte man das neue EU-Energielabel der EU wohl am besten beschreiben. Zu kompliziert, weil in Zukunft auf Grund der neuen Regelungen auch ältere Geräte leichter an ein gutes Energielabel kommen und für den Kunden nicht sofort ersichtlich ist, welches Gerät in Sachen Energieeffizienz den aktuellen Maßstab repräsentiert.
Völlig überflüssig, weil unser bisheriges Energielabel durchaus seinen Zweck erfüllt hat und vor allem von jedem einfach interpretiert werden konnte.
Nun übt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) scharfe Kritik an dem neu gestalteten Energielabel.
Im vergangenen November verständigten sich EU-Rat, EU-Kommission und das EU-Parlament auf eine Neugestaltung der bisherigen A-G-Kennzeichnung für Energieeffizienzklassen. Bisher signalisierte die Energieeffizienzklasse A eindeutig, dass es sich bei dem Gerät um ein besonders sparsames und umweltfreundliches Modell, gemäß der aktuellen technischen Möglichkeiten handelte. In Zukunft wird es über der Effizienzklasse A noch drei weitere Zusatzklassen geben. Kritiker weisen vor allem darauf hin, dass die bisherige Effizienzklasse an Aussagekraft verliere.
Wenn in Zukunft ein Gerät auf dem Markt kommt (zum Beispiel eine Waschmaschine), dass sparsamer arbeitet als das bisher sparsamste Modell, wird ein zusätzliches Plus vor dem A darauf aufmerksam machen. Soweit so gut. Das Hauptproblem dabei ist, dass der technische Fortschritt bei den einzelnen Produktgruppen unterschiedlich schnell voranschreitet. So kann Beispielsweise in einer Gruppe A+ das Maß aller Dinge sein, in einer anderen wiederum A++.
“Das ist für Hersteller bequem, für Verbraucher absolut irreführend. Die Politik ist hier vor der Wirtschaftslobby eingeknickt. In diesem Tempo und mit solcher Halbherzigkeit hält die EU den Klimawandel jedenfalls nicht auf”, kritisierte vzbv-Vorstand Gerd Billen in einem Interview.
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Das alte Label war doch vollkommen ok. Wieder so ein Beispiel für sehr fragwürdige Steuermittelverwendung.. Auf die EU kommen noch genug Ausgaben zu.