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Atommüll Frage – Wohin mit dem radioaktivem Abfall

8. September 2010 | 1 Kommentar | Hits: 560

Am vergangenen Sonntag wurde die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen und löste gleichzeitig eine neue, hitzige Debatte über die Endlagerung des nuklearen Abfalls aus. Die beschlossenen Laufzeiten bedeuten ganze 4400 Tonnen neuen Atommüll. So kündigte Bundesumweltminister Röttgen an, die Prüfung des Endlagers Gorleben wieder aufzunehmen, nachdem die Erkundung des Salzstocks in Niederachsen nach einem von der SPD erlassenem Moratorium, seit dem Jahr 2000 ruht.

Röttgen hatte dieses bereits im März im März wieder aufgehoben. Kritik an diesem Schritt hagelte es währenddessen von allen Seiten. Sowohl SPD, als auch die Grünen sprachen sich dagegen aus, die Erkundung eines geeigneten Standorts auf Gorleben zu beschränken und den Bayern und Baden-Württembergern diese Erkundung zu ersparen.  Die Parteichefin der Grünen, Claudia Roth fordert somit eine unabhängige Suche nach einem möglichst sicheren Standort für Atommüll.

Doch aus eigenen Reihen kamen Proteste. Der niedersächsische CDU – Fraktionschef Björn Thümler forderte beispielsweise, dass sich auch die süddeutschen Bundesländer nach geeigneten Standorten für ein Endlager umsehen sollten. Bisher gibt es weltweit kein einziges Endlager für hochverstrahlten Atommüll. Über Zwischenlager verfügen 13 der 17 deutschen Atomkraftwerke. Das einzige Endlager für Material mit schwacher bis mittlerer Radioaktivität befindet sich in Morsleben in Niedersachsen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz beziffert den durch die Laufzeitverlängerung der AKW`s zusätzlich anfallenden Atommüll mit 4400 Tonnen, auf eine Gesamtmenge 21600 Tonnen bis zum Jahr 2040. Bei diesem Müll handle es sich laut Bundesamt vor allem um abgebrannte Brennelemente aus den Kernkraftwerken. Greenpeace berechnete sogar eine Menge von etwa 6000 Tonnen zusätzlich anfallendem Atommüll.

Die Suche nach einem geeigneten Endlager spaltet die Parteien bereits seit Jahrzehnten. Ein Endlager in geologisch tiefen Schichten zu errichten ist ein Konsens, den diese ewige Debatte bisher hervorgebracht hat. Allerdings erscheint vielen Experten ein Salzstock, wie es in Gorleben der Fall wäre nicht dicht genug. Einen konkreten Beschluss für ein Endlager für Nuklearschrott gibt es bisher nur in Finnland. Die Entscheidung den Standort Gorleben zu erkunden fiel bereits im Jahr 1977 durch den damaligen CDU Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Die Region lag damals im Zonenrandgebiet zur DDR, war zudem dünn besiedelt und stand außerdem in unmittelbarer Nähe zum im Aufbau befindlichen Endlager in Morsleben.

Gegner der Atomenergie äußerten zudem die Befürchtung, dass die Endlagerfrage von der Atomlobby entschieden wird, welche bisher 1,3 Milliarden Euro in den Standort Gorleben investiert hat. Mit der Sicherheitsanalyse des Standortes Gorleben wurde der Physiker Bruno Thomauske beauftragt, der beim Energiekonzern Vattenfall über Jahre hinweg die Kernkraftsparte leitete. Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium ist der Atomlobbyist Gerald Hennenhöfer, Ex-Generalbevollmächtigter von Viag (Eon).

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Kommentare und Trackbacks zu diesem Beitrag

  1. 10. September 2010, 17:37 | #1

    Atommüll ist der falsche Ausdruck. Es handelt sich um sehr wertvolle radioaktive Rohstoffe. Diese sollte man zugänglich lagern, falls eines Tages neue Technologien zur Verfügung stehen, die eine weitere Verwendung zulassen, bei der idealerweise die Strahlung schneller abklingt.

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