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Die Solar Einspeisevergütung 2011, 2012 – Eine Prognose

25. Januar 2011 | 11 Kommentare | Hits: 15542

Ausblick auf die Solarförderung ab Juli 2011

Ausblick auf die Solarförderung ab Juli 2011

Am 20.01 verkündigte das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): “Aufgrund des unerwartet hohen Ausbaus der Photovoltaik soll die zum 1. Januar 2012 vorgesehene weitere Absenkung der Vergütung bereits teilweise zum 1. Juli 2011 erfolgen.“  Wie genau die Einspeisevergütungen ab dem ersten 1. Juli 2011 aussehen könnten, haben wir für Sie in diesem Beitrag durchleuchtet.

In einer Pressemitteilung vom 20.01.2011 hat das BMU seine Vorschläge zur Anpassung der Solarförderung und des EEG veröffentlicht.

Folgende Änderungen wurden vorgeschlagen:

  • Der variable Teil der zum 1. Januar 2012 vorgesehenen Vergütungsabsenkung wird auf den 1. Juli 2011 vorgezogen. Die Absenkung kann damit bereits im 2. Halbjahr 2011 wirksam werden.
  • Bei einem Marktvolumen oberhalb von 7.500 Megawatt (MW) erfolgt ein weiterer Degressionsschritt von 3 % (bisherige Obergrenze 6.500 MW).
  • Die Absenkung zum 1. Juli 2011 kann damit je nach Marktentwicklung bei einer Zubauprognose von mehr als 7.500 MW bis zu 15 Prozent betragen (Bei Zubau-Prognose von nur 3500 Megawatt entfällt die vorgezogene Absenkung).
  • Die Absenkung richtet sich nach der Marktentwicklung in den Monaten März, April und Mai 2011 (Bemessungszeitraum). Die Bundesnetzagentur rechnet anhand der Anlagenmeldungen in diesen Monaten das Marktvolumen für ein Jahr hoch.
  • Die Degression zum 1. Januar 2012 entspricht zusammen mit der vorgezogenen Degression der gesetzlich festgelegten Gesamtdegression von maximal 24 %.
  • Wegen der längeren Planungszeiten für Freiflächenanlagen soll die Absenkung für diese Anlagen zum 1. September 2011 erfolgen.

Ich persönlich habe geglaubt, man wird 2011 nicht so viel Unruhe unter die Verbraucher bringen wie im letzten Jahr. Doch offenbar wird es beim Glauben bleiben… Eine richtige Prognose für die Einspeisevergütungen im zweiten Halbjahr 2011 zu liefern ist quasi nicht möglich, noch nicht, weil der Bemessungszeitraum für die Abschätzung der Markentwicklung erst im März beginnt und Ende Mai ausläuft.

Den meisten Verbrauchern dürfte es wenig bringen, wenn wir berichten würden, dass die Solarförderung zum 01.Juli.2011 um 9 – 15% zurückgefahren wird!? Planungssicherheit sieht eindeutig anders aus! Man zwingt quasi die Verbraucher, jetzt in Photovoltaikanlagen zu investieren, um auf Nummer sicher zu gehen.

Das könnte zur Folge haben, dass sehr viele Verbraucher im Bemessungszeitraum ihre Photovoltaik-Projekte realisieren, weil sie schlichtweg keine Ahnung haben, was genau Sie am 01. Juli erwartet. Das würde wiederum bedeuten, dass die Solarförderung nach dem 01.Juli stark, nämlich um bis 15 Prozent, zurückgefahren werden könnte und das könnte Auswirkungen auf die Nachfrage, nach PV-Anlagen insgesamt haben.

Anlagen mit einer Größe von bis zu 30KW bekämen dann ab dem 01.Juli eine Einspeisevergütung um die 24,43 Cent. Ob die Modulhersteller diese und die übernächste Absenkung im Januar 2011 so einfach abfedern wie bisher ist fraglich.

Mir ist auch unverständlich warum der BSW so ein Vorgehen mitträgt. Meiner Meinung nach, schießt man hier klar über das Ziel hinaus, nämlich die Photovoltaik-Nachfrage zu stabilisieren und eine Überförderung von Solarstrom zu vermeiden. Auch wenn die Motive des BMU Entwurfs in Ordnung und nachvollziehbar sind, über die Umsetzung hätte man ruhig ein wenig länger nachdenken können.

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Hochrechnungen Einspeisevergütung ab dem 01.Juli 2011


Bei einer Absenkung um 9% zum ersten Juli 2011, wäre bei Photovoltaikanlagen mit einer Größe von bis zu 30KW noch eine Vergütung von 26,15 Cent/kWh Solarstrom drin. Bei Anlagen bis 100KW wären 24,90 Cent/kWh zu vergüten.

Wenn die Hochrechnung der Bundesnetzagentur auf eine hohe Jahresleistung kommt, und die Vergütung um 15 Prozent zurückgefahren wird, würde die Vergütung bei Anlagen bis 30 KW noch 24,43 Cent betragen. Anlagen bis 100KW würden noch auf 23,26 Cent/kWh kommen.

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Kommentare und Trackbacks zu diesem Beitrag

  1. Christine
    16. Februar 2011, 21:09 | #1

    Die Einspeisevergütungen für Photovoltaik-Anlagen
    waren von Anfang an zu hoch. Es gab durchaus Leute, die
    bauten sich eine Halle und finanzierten diese und die
    Photovoltaik-Anlage komplett aus den Strom-Einspeisungsvergütungen ohne einen Pfennig Eigenkapital
    zu haben.
    Diese überhöhten Einspeisevergütungen müssen die Stromkunden jetzt über 20 Jahre hinweg über den Strompreis
    bezahlen.
    Der Strompreis lässt sich aber nicht unendlich erhöhen!!!
    Für eine vernünftige und nachhaltige Förderung der
    Photovoltaik-Anlagen ist jetzt schlichtweg kein Geld mehr da.

  2. 17. Februar 2011, 20:50 | #2

    Hallo Christine, man muss es auch aus der Warte der Natur betrachten. Ohne diese großzügigen Anreize, wäre der Ausbau niemals derart in fahrt gekommen. Es ist richtig das kräftig nachreguliert wurde. Damit die Umwelt auch von dieser Investition profitieren kann, müssen endlich andere Kraftwerke stillgelegt werden.

    Sicherlich hätte man das EEG an der einen oder anderen Stelle flexibler gestalten können, die EEG Umlage trägt jedoch nicht allein die Schuld an den massiv wachsenden Strompreisen. Wir wollen nicht vergessen wie kräftig die Stromkonzerne in den letzten Jahren zugelangt haben, obwohl die Strompreise in letzter Zeit zurückgegangen sind.

    http://www.solar-und-windenergie.de/blog/?p=1395

  3. ppalmat
    25. Februar 2011, 09:13 | #3

    Gar nichts war zu hoch, für den Anschub brauchte man das und auch die im Gesetz definierte Degression, abhängig von der Ausbaumenge war ok. Die zwischengeschalteten Sonderkürzungen sind ein Angriff auf jegliche Planungssicherheit bzw. ein Kniefall vor den Versorgern.
    Bei der Photovoltaik gab es doch im Gegensatz zu anderen unsäglichen Förderungen von Grund auf eine definierte Degression. Wenn ich dagegen sehe, wie anderweitig bei Dinosauriertechnik über Jahrzehnte an vollkommen überzogenen Subventionen festgehalten wird. Nimm z.B. die Steinkohleförderung, wo über viele Jahre hinweg mehr subventioniert wurde, als das Gehalt aller Kumpel zusammen. Über mehrere hundert Mrd., welche die Atomlobby in Summe verbuchen kann, möchte ich mich erst gar nicht auslassen. Auch diese enormen Kosten haben wie ALLE bezahlt!

    Sonst tut man sich doch auch äußerst schwer, jedwede Subvention zu kürzen und da, wo wie gesagt die normale Kürzung schon im Gesetz steht, haut man noch eine extra drauf. Lobbyismus ist da für mich noch ein zu freundlicher Begriff, ich bevorzuge hier eher „Korruption“.

  4. Andreas
    9. März 2011, 10:06 | #4

    Hallo Christine, die Einspeisevergütung muß ins Verhältniss zum Anschaffungspreis gesetzt werden. Vor fünf Jahren war der Preis noch doppelt so hoch wie heute. Darum wird hier auch der Mut einer Investition gewürdigt.

    Eine andere Frage sollte hier daher besser beantwortet werden:
    Warum ist in unseren Nachbarländern (die Himmelsrichtung ist hier egal)der Strompreis teilweise sogar im einstelligen ct.-Preis? Da ist irgendwo etwas nicht richtig.

  5. Stefan Klos
    26. März 2011, 17:48 | #5

    Wie genau sind die Regeln, wenn der Strom selbst verbraucht werden kann?
    Bsp: GmbH verbraucht den erzeugten Strom, der vom Dach der Fa
    kommt. Allerdings ist der Besitzer der PV Anlage nicht der alleinige Besitzer des Gebäudes und auch nicht der GmbH.
    Müßte in diesem Fall die GmbH die PV Anlage selbst betreiben, um alle Fördermittel zu erhalten?

  6. Manfred
    5. Juni 2011, 19:17 | #6

    Hat überhaupt schon mal einer nachgedacht? Für eine Photovoltaikanlage muß man zuerst die Voraussetzungen schaffen. Damit sind durchaus Kosten verbunden je nach Sachlage.
    Wie sieht denn die Gegenrechnung aus ? Vergleiche ich einen Single Haushalt mit 1400 kWh Verbrauch pro Jahr zahle ich z.B. Strom Alpha von E-ON 447,87€ komplett. Das sind jetzt schon 31,91€Cent pro Kilowattstunde also wesentlich mehr als ich vergütet bekomme. 20 Jahre lang feste Einspeisevergütung von 28,6 Cent wenn der Strompreis schon wahrscheinlich 60 Cent pro Kilowattstunde beträgt ! Wer so einen Abnahmevertrag unterschreibt den kann ich nur bedauern. Wo ist denn da die Förderung versteckt? Oder will man uns nur für dumm verkaufen!?…In dem Fall fördere ich nämlich die Stromkonzerne! Na Prost Mahlzeit!!!!

  7. Mannispeed
    8. Juni 2011, 11:18 | #7

    @Christine
    Schon mal überlegt wer die Zeche für Atomkraft bezahlt? Da reichen 20 Jahre nicht aus.

  8. Rainer
    8. Juni 2011, 21:02 | #8

    Liebe Christine, dieses Argument hört man immer wieder. Ich halte das für ein urtypisches Merkmal eines Unternehmers, der die stattlich gegebenen Mittel für sich in Anspruch nimmt und entsprechend nutzt. Das tun übrigens auch die richtig großen Konzerne, sich Mittel und Wege zu schaffen, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Das Ergebnis ist vielfältig sichtbnr und wurde ja daher auch in Japan sichtbar. Es wäre jetzt an der Zeit, dass sich unsere Volksvertreter Gedanken machen, wie sie das Netz dezentrlisieren und auch dem kleinen Hauseigentümer diesen Anreiz lassen bzw. geben, um die Spardose nicht zu sehr zu strapazieren.
    Das wären die richtigen kleinen Schritte aus der Atomenergie!

  9. Ben Kempel
    19. Juli 2011, 17:04 | #9

    Die Einpeisevergütungen sind durchaus gerechtfertig wenn man den Atomausstieg bedenkt und die Authentizität bedenkt, die wir auch erfüllen müssen. Schließlich bringt es nichts, wenn man alternative Energien nicht fördert und letzendlich wieder Atomstrom bezieht, auch wenn er dann aus Frankreich statt Deutschland kommt. Dieser ist dann teurer für uns und wenn dort ein Störfall auftritt hat man den gleichen Salat wie in Fukushima dennoch in Deutschland.

  10. Hermann
    23. Juli 2011, 09:46 | #10

    Ich trage mich mit dem Gedanken eine Photovoltaikanlage zu installieren. Gleichzeitig eine Wärmepumpe mit Geothermie anzuschaffen. Den erzeugten Strom würde ich komplett ins Netz liefern. Da die Wärmepumpe ja auch 1 fünftel ihrer erzeugten Energie an Strom benötigt und ich diesen aus dem Netz beziehe sollte dies mit einer Photovoltaikanlage ausgeglichen werden können. Damit wäre ich zumindest vom Gas unabhängig und würde die für die Wärmepumpe verbrauchte Energie selbst erzeugen.

  11. Hermann
    23. Juli 2011, 10:00 | #11

    Ben Kempel :
    Die Einpeisevergütungen sind durchaus gerechtfertig wenn man den Atomausstieg bedenkt und die Authentizität bedenkt, die wir auch erfüllen müssen. Schließlich bringt es nichts, wenn man alternative Energien nicht fördert und letzendlich wieder Atomstrom bezieht, auch wenn er dann aus Frankreich statt Deutschland kommt. Dieser ist dann teurer für uns und wenn dort ein Störfall auftritt hat man den gleichen Salat wie in Fukushima dennoch in Deutschland.

    Normalerweise wäre es richtig wenn der Staat die Stromnetze übernimmt und auch ausbauen würde. Dann könnte eine dezentrale Stromerzeugung regional je nach Bedarf gefördert werden. Der Gewinn den die Eneriekonzerne jetzt einstreichen würde ausreichen um diese Förderung zu bezahlen. Aber dies ist politisch nicht gewollt. Zuviele ehemalige Politiker und Kanzler verdienen sich eine goldene Nase bei den Energiekonzernen. Es ist eine Schande was hier in Deutschland abgeht. Das Energiekonzept der Bundesregierung ist eine reine Geldbeschaffungsmaschine für die Konzerne.

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